Die armen paranoiden Londoner. Alle drei Minuten wird dort im Schnitt ein Terrorist dingfest gemacht. Zumindest jemand, der als terrorverdächtig ermittelt wurde. Davon wurden immerhin 0,035% der Personen anschließend vorläufig festgenommen. Ob man sich allerdings bei den 99,965% zu Unrecht beschuldigten Personen auch genauso auffällig entschuldig, wie man sie vorher belästigt hatte, bleibt ungeklärt.

Jedes normale Projekt der freien Wirtschaft würde bei einer Mißerfolgsquote von über 99% wohl schon lange gestoppt worden sein. Aber der Staat darf sich immer mehr Mist herausnehmen als der Markt und bei der inneren Sicherheit wird sowieso eher aus dem Bauch, als aus dem Kopf heraus entschieden.

Mastering the Internet

Von Kai | 4. Mai 2009 in Europa

Ein Titel wie aus dem Kino. Man erwartet nur noch Dr. Evil mit seinem kleinen Finger am Mund böse lachend. Aber nein, es ist Dr. Britain, der diesen Plan das Internet zu beherrschen wahr machen will:

Spy chiefs are pressing ahead with secret plans to monitor all internet use and telephone calls in Britain despite an announcement by Jacqui Smith, the home secretary, of a ministerial climbdown over public surveillance. … The £1 billion snooping project – called Mastering the Internet (MTI) – will rely on thousands of “black box” probes being covertly inserted across online infrastructure. … Jacqui Smith announced that she was ditching controversial plans for a single “big brother” database … However, she failed to mention that substantial additional sums – amounting to more than £1 billion over three years – had already been allocated to GCHQ for its MTI programme

Es ist also nicht nur Deutschland, was seinen Bürgern eine vermeindliche Sicherheit teuer erkauft. Auch die Engländer können da locker mithalten. Und teuer ist der Preis auf jeden Fall. Nicht in Euro oder Pfund, sondern in der Währung Bürgerrechte, Datenschutz und grundlegende Rechtsprinzipien, die hier zunehmend abgebaut werden.

Wir hatten es ja schon öfter berichtet: Fotografieren in London ist noch gefährlicher als der dortige Linksverkehr. Nun hat es auch das eher IT-lastige Blatt heise online berichtet. Womöglich bringt das mal ein wenig mehr Aufmerksamkeit.

Wie kann sich ein Tourist auch sowas von erdreisten Fotos von eklatant unsicheren Einrichtungen zu machen und kann man das nicht technisch unterbinden? Man kann!

Wir fordern: Endlich eine Bilderkennung für Busse und nicht nur für Gesichter!

Jede moderne Kamera muß doch erkennen können, ob da gerade ein Bus oder ein Baum abgelichtet wird und bei Bussen wird demnächst einfach ein rotes Stoppschild angezeigt, oder war das nicht schon von Zensursula reserviert?

Jazz ist doch nur Terror

Von Kai | 5. April 2009 in Terrorabwehr

Anscheinend hat da jemand den Musikgeschmack der Polizei nicht getroffen. Wie sonst sollte ein seit 35 Jahren in Wales wohnender Jazz Musiker so rabiat durchsucht werden?

I heard some scuffling sound and shouting. When I opened the door there were four police officers armed with machine guns which had infra-red sights … The whole street had been cordoned off. I could see Victor in his underpants outside with police training guns on him. Other officers trained guns on me. I was told I would be shot if I moved. It was absolutely terrifying

Aber er war natürlich ein potentiell Verdächtiger, einmal im Pfegelalter von 63 Jahren, da sind die ja noch richtig aufmüpfig die Leute. Dann hatte er viele Kabel in seiner Wohnung, bei einem Tonstudio allerdings nicht weiter verwunderlich. Und er hatte noch eine dunklere Hautfarbe und … nun kommts: Ein Video von Muhammad Ali! Das langt locker für eine Durchsuchung und anschließende ununterbrochene Helikopterüberwachung für zwei Wochen.

Übrigens hatte seine Band früher mal auf dem Polizeiball gespielt. Was hätte da alles passieren können?!

Alles was sie sagen

Von Kai | 3. April 2009 in Europa, Terrorabwehr

Anything you say

… kann gegen Sie verwendet werden. Den Spruch kennt man sonst nur aus den TV-Krimis. Nun sieht man ihn auch als freundliches Willkommen in England am Stadtrand von Newcastle. Wenn anderenorts ein Willkommen in steht, begegnet man hier dem Fremden mit einer Drohung.

Das schreckt aber sicher nur die bösen Terroristen ab, oder zieht es sie gar an? Wo früher noch mühsam ein Bekennerschreiben nötig war, macht das ja heute der Staat dank CCTV und Überwachung für einen. Das ist ja bequem!

Der Mülltonnen-Terror

Von Kai | 25. März 2009 in Europa, Terrorabwehr

Die Augen der Nachbarn sind auf die Mülltonnen gerichtet, denn nur so kann der nächste Anschlag in London verhindert werden.

Das zumindest glauben die Behörden in UK, wenn man ganz dolle paranoid wird, dann wird alles sicher werden. Ganz sicher.

Don’t rely on others. If you suspect it report it.

London mit Kindersicherung

Von Kai | 23. März 2009 in Europa

Endlich sind die Straßen wieder sauber, die Scheiben nicht mehr zerschlagen und die Wände nicht mehr beschmiert. Der brave Londoner Bürger kann endlich wieder abends aus dem Haus, ohne vom Anblick Jugendlicher belästigt zu werden. Denn nun soll ab 21:00 eine Ausgangssperre für Kinder unter 16 Jahren gelten.

Die Luftnummer vom Internet-Terror

Von Kai | 22. März 2009 in Europa, Panne

Da hat sich ein selbsternannter Experte selbst die eigene Nachfrage verschafft. Ein Freelance Anti-Terror Ermittler hatte lautstark vor zunehmenden Terroraufrufen in islamischen Foren gewarnt. Allerdings wurde er nun beim Schreiben der Aufrufe selbst ertappt. Alles nur ein gelungenes Selbstmarketing.

Und in wievielen anderen Fällen wird die Paranoia der Bürger auf die gleiche Weise geschürt? Hat da nicht nur der eine Experte Meinungen gebacken, macht auch der Staat in gleicher Weise Meinung?

Petition gegen Übermacht der Polizei

Von Kai | 10. März 2009 in Europa

Wie unfair ist das denn? Da bemühen sich die englischen Bobbies nach Kräften dem Terror Einhalt zu gebieten und haben endlich das Recht jeden zu inhaftieren, egal was er gemacht hat, alleine der Verdacht des Polizisten langt, kein Richter vorher notwendig. Und dann klagen die beschützten Bürger gegen das ganze und fangen eine Petition an? Armes Königreich.

Dabei war das ja nur ein Rückfall auf die Zeit vor 1829 in Bezug auf freiheitliche Rechte und zu der Privatsphäre seiner DNA kann man auch gleich tschüß sagen.

Der Gulli des Terrors

Von Kai | 4. März 2009 in Europa, Terrorabwehr

Ganz gefährliche Dinge muss ein Mann in Manchester/UK wohl geplant haben. Er wurde dabei beobachtet wie er einen Kanaldeckel fotografieren wollte. Daraufhin musste er natürlich für zwei Tage in Untersuchungshaft, sein Mobiltelefon wurde (erfolglos) nach den skandalösen Terror-Bildern durchsucht, ebenso wie seine Wohnung und sein Computer.

Da er aber seine Spuren zu gut verwischt hatte, wurde letztendlich nur noch seine DNA archiviert, für den Fall, dass er nochmal irgendwo beim Fotografieren oder rumstehen beobachtet wird.

Wie er die Hausdurchsuchung seinen Nachbarn oder seinem Vermieter erklären will, oder zwei Tage ohne zur Arbeit zu gehen sich begründen läßt, das bleibt leider unerwähnt.

Sorry Cheff, ich war zwei Tage als Terrorist im Knast.

Macht sich unheimlich gut in der Personalakte.