fotografieren verbotenDas war knapp, so fängt auch dieser Artikel wieder mal an. Da hat doch jemand versucht hochgeheime Flugzeuge zu fotografieren. Er ist natürlich – ein herzlicher Dank an die US Homeland Securityerwischt worden und hat einige Zeit in Handschellen den Papst gegeben, also den Boden geküsst.

Leider hatte die Behörde ein wenig überreagiert, da es sich bei dem Flugzeug um ein ein etwas älteres Modell aus den 40er Jahren handelte, eine B-24. Außerdem war auf dem Flugplatz Tag der offenen Tür, so daß sich eigentlich niemand über Besucher hätte wundern dürfen.

Einer der anwesenden Veteranen schüttelte nur seinen Helminhalt und sagte:

It’s the U.S.A., not U.S.S.R. — I didn’t fight to protect this shit.

Trotzdem Glück gehabt, weil der echte Terrorist natürlich nur auf Einladungen hin sich zu Flugplätzen begibt und dann auch noch das älteste vom ältesten fotografieren will.
Das war knapp!

Der Gulli des Terrors

Von Kai | 4. März 2009 in Europa, Terrorabwehr

Ganz gefährliche Dinge muss ein Mann in Manchester/UK wohl geplant haben. Er wurde dabei beobachtet wie er einen Kanaldeckel fotografieren wollte. Daraufhin musste er natürlich für zwei Tage in Untersuchungshaft, sein Mobiltelefon wurde (erfolglos) nach den skandalösen Terror-Bildern durchsucht, ebenso wie seine Wohnung und sein Computer.

Da er aber seine Spuren zu gut verwischt hatte, wurde letztendlich nur noch seine DNA archiviert, für den Fall, dass er nochmal irgendwo beim Fotografieren oder rumstehen beobachtet wird.

Wie er die Hausdurchsuchung seinen Nachbarn oder seinem Vermieter erklären will, oder zwei Tage ohne zur Arbeit zu gehen sich begründen läßt, das bleibt leider unerwähnt.

Sorry Cheff, ich war zwei Tage als Terrorist im Knast.

Macht sich unheimlich gut in der Personalakte.

Noch regt sich leichter Widerstand unter den Briten und bei manchem Anti-Terror-Unsinn bringt es dann die Teetasse zum überlaufen: Nun wollten am Sonntag sich verschiedene Organistationen zum Schutz des Fotografierens zusammenschließen und eine Rally nach Scotland Yard unternehmen.

Heute soll nämlich ein Gesetzt verabschiedet werden, welches Fotos bestimmter Personengruppen untersagt (wir berichteten).

Böse Bobby Bilder

Von Kai | 4. Februar 2009 in Europa, Terrorabwehr

Wieder mal Neues aus dem Königreich der Fotografierverbote. Für ein Foto eines Polizisten drohen nun bis zu 10 Jahre Gefängnis. Verhältnismäßigkeit buchstabiert man in UK anscheinend grundsätzlich anders. Natürlich alles im Namen der Terror-Abwehr. Denn Fotos sind ja …

likely to be useful to a person committing or preparing an act of terrorism

Das Gesetz tritt am 16. Februar in Kraft.

Mal ausnahmsweise ein TV-Tipp, da hat 3sat doch mal den richtigen Riecher bewiesen und berichtet durchaus kritisch vom Anti-Terror-Wahn der hier und erst recht in den USA herrscht. Da provoziert ein Künstler (Christoph Faulhaber) die Sicherheitsbehörden, indem er schlicht nur neugierig ist. Eine kleine Durchsuchung alleine wäre ja noch angemessen gewesen, allerdings landet er auf der Terror-Liste, fliegt aus der Wohnung und der US-Uni und verliert noch sein Stipendium – nein, nicht in den USA, sondern hier in Deutschland. War wohl zu unangenehm geworden der Herr Student.

Selbst Omas sind Pedos

Von Kai | 25. Juli 2008 in Europa

Bilder von einem Pool im Park machen und dann ist auch noch keiner drin? Das ist verdächtig, zumindest in UK. Also ist die gute Frau (82) mit Sicherheit eine Pädophile, meinte jedenfalls ein städtischer Angestellter und stellte ihr nach.

It’s absolutely ridiculous – it’s bureaucracy gone mad … We’re a couple of old ladies. We’re certainly not paedophiles

Ein Vater dreier Kinder wurde im Stadtpark von anderen Eltern angegriffen, als er gerade seine eigenen Blagen ablichten wollte. Beschimpft und verfolgt als Perverser konnte er sich gerade noch retten.

Da hat die Nachbarschaft mal wieder kompetent überreagiert und dem Terror von oben noch den Paranoia-Effekt dazugelegt.

Nach Auskunft des Innenministeriums ist das Fotografieren in England von und auf öffentlichen Plätzen weiterhin nicht verboten, darf aber auch nicht erlaubt sein. Diese wunderbare Formulierung fast es in etwa zusammen. Generell ist das Fotografieren also nicht verboten, darf aber lokal dann doch überwacht oder auch behindert werden. So ganz ohne gesetzliche Grundlage. Also eine föderale Auslegung der Gesetzeslage, jeder entscheidet wie er will, zu Überraschung der Betroffenen.

Aber nur dadurch bleibt es sicher auf Englands Strassen. Denn was ist schlimmer als fotografierende Terroristen? Etwa der Trend sich mit Messerstechereien unter Jugendlichen zu profilieren? Sich von Donnerstags an jede Woche die Kante zu geben und bis zur Flut zu saufen? Oder einfach nur links zu fahren? Diese ganzen realen Gefahren sind ja nichts gegen den potentiell möglichen Terroristen, der das ganze sicher zuerst ablichten möchte.

Der bekannte Sicherheits Experte Bruce Schneier schildert in einem Bericht, woher die Angst vor fotografierenden Terroristen kommt. Jedes Jahr werden in den USA alleine 50 Milliarden Photos gemacht und trotzdem hat sich noch kein Terrorist dabei erwischen lassen. Warum?

Das Märchen vom bildergierigen Attentäter entspringt dem Kino, dort müssen langweilige Stoffe auf 90 Minuten gedehnt werden, was macht sich da besser als viel Technik ohne Nutzen? Also machen Kino-Terroristen immer ganz viele tolle und hochauflösende Bilder und planen dann sauber am heimischen (online überwachten) PC das Attentat. Die Welt kann ja so schön einfach sein.

Foto-Anschlag auf Fahrzeugwaage

Von Kai | 15. Mai 2008 in Weltweit

Das war knapp! Eben noch machte ein gefährlicher Blogger Photos von einer hochsensiblen Waage an einem Highway in den USA, schon klingelt bei ihm das Handy und die Polizei fragt bei ihm nach. Nur zehn Minuten hatte es gedauert, bis aus dem Echtzeit-Übewachungsvideo das Autokennzeichen und damit dessen Mobilfunknummer ermittelt wurde. Eine prima Leistung der US-Ermittler, denn wie ja alle wissen: Photografen sind Terroristen!