Beweisfotos sind verboten

Von Kai | 23. Juli 2008 in Europa

Neues aus dem Land der CCTVs, aus den UK: Dort hatte ein Londoner irgendwann genug von den pöbelnden Jugendlichen vor seinem Appartment und beschwerte sich beim Rektor der nah gelegenen Schule. Der wollte gerne helfen und fragte nach der Identität der Halbwüchsigen, also sollte der Bewohner nächstes mal Fotos der Kids machen.

Als er selbiges tat, wurde es von einzelnen mit Morddrohungen beschallt, während die anderen Randalierer selber die Polizei riefen. Die eilte herbei und verwarnte den Geschädigten, das Ablichten von Minderjährigen sei verboten.

Der schnelle Anfangsverdacht

Von Kai | 30. Juni 2008 in Weltweit

Endlich wird frühzeitig gegen den Terrorismus vorgegangen. In England wird die CCTV Überwachung nun auch schon für Adressauskünfte von Schülern genutzt:

… to determine whether a school applicant and her parents lived where they said they did

Das hilft doch gleich den richtigen Eindruck vom Staat auch schon bei Schülern einzutrichtern. So fühlen die Kinder sich geborgen und umsorgt und werden nicht zu Schläfern in der Schule verkommen.

Die weitere Ausbildung der Überwacher gipfelt in persönlichen Übungen. Da werden möglichst gut ausgestattete weibliche Passanten im besten Alter von den Kameras verfolgt und die besten Videos geben eine best-of Sammlung für das private Heimkino des Berufs-Spanners. Denn nur so bleibt man in Übung und die Hände flink – also zum Kamera steuern natürlich.

Das hörende Auge

Von Kai | 26. Juni 2008 in Terrorabwehr

Der Traum der Überwacher wird wahr. Die nächste Generation der CCTVs soll auch auf Geräusche reagieren können, und zwar intelligent. Auch jetzt schon gibt es in England Kameras mit Mikrofonen verbunden, dort muß aber noch manuell dem Straßenlärm zugehört werden.

In der Zukunft wird alles besser: Das System entscheidet anhand seines Auges und Ohres selbsttätig, ob die Handlung dort verdächtig ist.

In einem Einkaufszentrum würde sie beispielsweise darauf achten, wenn ein Mensch plötzlich losrennt und im Kontrollraum oder bei der Polizei einen Alarm auslösen.

Wer also demnächst den Wühltisch beim pseudo-SSV ansteuert – bitte gaaanz langsam und gleichmäßig gehen, sonst schnappt die Falle zu und man erst man durchsucht und gefilzt.

Das ist sicher auch ein Indiz für die Herkunft dieser Anlage, es kann nur USA sein. Nur dort ist es verdächtig, wenn sich jemand zu Fuß bewegt. Wer nicht rollt oder fährt kann nur Terrorist sein. Oder sportlich.

Flugblätter des Terrors

Von Kai | 18. Juni 2008 in Terrorabwehr, Weltweit

Wie kann ein Bürger sich blos so erdreisten und Flugblätter gegen die Kamera-Überwachung in seiner Gegend verteilen? Das ist ja nicht nur unamerikanisch, das ist ja gleich auch verdächtig. Also wird erst mal flugs ein pseudo-Verdacht erhoben, die Wohnung gestürmt und durchsucht. Letzendlich wurde die Wohnung versiegelt und der renitente Mitbürger sitzt auf der Straße. Dazu noch ein wenig Schikane gefällig:

We’re going to do you a favor … It’s a very hot day, and we’re going to bring you down the district and put you in a cell so you don’t overheat.

Und das ist nicht in einem offiziell totalitärem Staat passiert, sondern in den USA in North Philadelphia.

Das fliegende Auge

Von Kai | 1. Juni 2008 in Weltweit

Endlich wird auf einen aufgepasst: Nun wird an Kameras in jeder einzelnen Kopfstütze von Flugzeugen gebastelt. Alle Passagiere gleichzeitig werden anhand ihrer Mimik analysiert und in verschiedene Terrorstufen eingruppiert. Wer also demnächst bei der falschen Stelle der Durchsage blöde grinst, wird bei der nächsten Gelegenheit kurzerhand umgesetzt oder rausgeworfen. wenn er Glück hat erst nach der Landung.

Und nein, dies ist explizit kein Fake.

China überholt England

Von Kai | 19. Mai 2008 in Weltweit

Da waren die Briten doch so schön stolz auf ihre CCTV Überwachung und nun das: In London gibt es nur eine halbe Million Kameras und in der Chinesischen Stadt Shenzhen sollen ganze zwei Millionen Kameras installiert werden! Das bedeutet ja: In China lebt man danach viermal so sicher als in London.

Das kann nur eines anstoßen, nach dem Kalten Krieg den Kamera Krieg! Ein ewiges Wettrüsten, wer die meisten Kameras in den Städten installiert. So ein paar Chinesen können da doch nicht uns Europäer abhängen wollen.

Der Haufen des Terrors

Von Kai | 10. Mai 2008 in Weltweit

Wenn man schon keine Straftaten mit der CCTV Überwachung in England verhindern kann, warum dann nicht nach kackenden Hunden Ausschau halten? Endlich haben die Kameras einen Erfolg!

Conjuring up the bogeymen of terrorists, online pedophiles and cybercriminals, the U.K. passed a comprehensive surveillance law, The Regulation of Investigatory Powers Act, in 2000. The law allows “the interception of communications, carrying out of surveillance, and the use of covert human intelligence sources” to help prevent crime, including terrorism. Recent reports in the U.K. media indicate that the laws are being used for everything but terrorism investigations.

Wir fordern: In allen Fußgängerzonen Pupscams zu installieren. Weg mit den ekligen Tretminen.

Da muß Sherlock Holmes blass werden vor Neid. Endlich will Scottland Yard aufrüsten und die bislang unnütze Investition in die CCTV genannte flächendeckende Beschnüffelung der Öffentlichkeit noch weiter verstärken. Da weder Abschreckung noch Aufklärung bislang merklich hoch gingen, wird nach dem Motto mehr hilft mehr noch eins nachgelegt.

Eine nationale Bilddatenbank sämtlicher aufgenommener Personen soll aufgebaut werden und Bilder von Verdächtigen landen einen Monat lang im Internet. Endlich braucht man für die Schnappschüsse im Urlaub keinen eigenen Foto mehr. Gemütlich auf dem heimischen Sofa können die gelungensten Bilder von sich und der Familie aus dem großen Pool der CCTV Bilder ausgesucht werden.