Mehr Terrorhelfer als erwartet

Von Kai | 28. Juni 2009 in Deutschland

Wir sind alle Helfer des Terrors! Das kam nun in einer ersten Verhandlung vor dem Frankfurter Oberlandesgericht heraus. Denn die meisten der Leser werden ein Fernglas, einen MP3-Player oder einen Kompass besitzen. Glaubt keiner? Hier ein Zitat:

Hüseyin Ö. soll unter anderem Ferngläser, MP3-Player und eine Kompassuhr besorgt haben.

Und als ob das noch nicht langen würde, wird ihm in der Anklageschrift auch noch der Besitz und die Weitergabe eines Fotoapparates vorgeworfen! Für Natur-begeisterte Freaks ist allerdings selbst der Besitz eines Nachtsichtgeräts mit Nachsicht zu sehen.

Wenn das alles an Anklagepunkten ist, dann geht es ja schnell mit dem Freispruch.

Die Behörde TSA versteht keinen Humor, wenn es um den Schutz ihrer Bürger geht. Das durfte auch ein Comic-Zeichner erleben, der ein Heft der Serie unthinkable bei sich hatte.

The minute I saw the faces of the agents, I knew I was in trouble. The first page of the Unthinkable script mentioned 9/11, terror plots, and the fact that the (fictional) world had become a police state. The TSA agents then proceeded to interrogate me, having a hard time understanding that a comic book could be about anything other than superheroes, let alone that anyone actually wrote scripts for comics.

Als Tipp für den nächsten Terroristen: Keine Anschlagspläne als Comic getarnt in den USA bei sich haben. Übrigens sollen auch Mickey Mouse Hefte auf den Index kommen, da die großen Ohren ja eigentlich einem stilisierten Turban gleichen und auch immer gerne was in die Luft fliegt.

Geheime Daten in Ghana aufgetaucht

Von Kai | 26. Juni 2009 in Panne

Da war wohl jemand nur semi-professionell am Werken. Wie sonst hätten Festplatten mit unverschlüsselten Daten der privaten Armee-Dienstleister Northrop der USA in Ghana auf dem Schwarzmarkt auftauchen können? Und ist es überhaupt politisch korrekt in Afrika von einem Schwarzmarkt zu reden? Aber es gibt schon erste Ausreden, ähh, Begründungen zu der Panne:

Based on the documents we were shown, we believe this hard drive may have been stolen after one of our asset-disposal vendors took possession of the unit

Ubuntu Terror Remix 9.04

Von Kai | 25. Juni 2009 in Europa

Wie kann man nur so fahrlässig sein! Der neue UPR (Ubuntu Privacy Remix) zielt doch eindeutig darauf ab, den Staat beim Schutze seiner Mitbürger zu behindern. Solche Dinge wie Verschlüsselung oder Geheimhaltung unterwandern doch eindeutig den Kampf gegen der Terrorismus.

Gerade erst hat die CDU in ihrem Wahlprogramm gefordert: Datenschutz als Täterschutz darf nicht sein. Und die Netzgemeinde reagiert trotzig.

Aber demnächst wird sicher vor der Ubuntu-Domain ein STOPP-Schild prangen.

fotografieren verbotenDas war knapp, so fängt auch dieser Artikel wieder mal an. Da hat doch jemand versucht hochgeheime Flugzeuge zu fotografieren. Er ist natürlich – ein herzlicher Dank an die US Homeland Securityerwischt worden und hat einige Zeit in Handschellen den Papst gegeben, also den Boden geküsst.

Leider hatte die Behörde ein wenig überreagiert, da es sich bei dem Flugzeug um ein ein etwas älteres Modell aus den 40er Jahren handelte, eine B-24. Außerdem war auf dem Flugplatz Tag der offenen Tür, so daß sich eigentlich niemand über Besucher hätte wundern dürfen.

Einer der anwesenden Veteranen schüttelte nur seinen Helminhalt und sagte:

It’s the U.S.A., not U.S.S.R. — I didn’t fight to protect this shit.

Trotzdem Glück gehabt, weil der echte Terrorist natürlich nur auf Einladungen hin sich zu Flugplätzen begibt und dann auch noch das älteste vom ältesten fotografieren will.
Das war knapp!

Das ist ja mal ein ganz neuer Ansatz. Da sieht man extra nicht so aus wie der typische Terrorist, verzichtet auf Haarbesatz im Gesicht, Gardine als Kleidung und hat extra gebleichte, helle Haut und wird doch unter Terrorverdacht angehalten und durchsucht. Man fragt sich warum. Weil es die Statistik entzerren soll!

In UK sind ja alle Verdächtigen an der Optik zu erkennen, halt nahöstliche Erscheinung. Damit das nicht zu sehr auffällt, werden nun extra viele Europäer zusätzlich angehalten und durchsucht, schon wissend das diese ja keine Terroristen sein können. Nur um sich nicht den Stempel des Rassismus aufdrücken zu lassen.

Geheime Foto-Verbotszonen in UK

Von Kai | 14. Juni 2009 in Europa

fotografieren verbotenDie Geheimhaltung beißt sich da gerade selbst in den Hintern: Es gibt Gebiete in England, wo man eigentlich nicht fotografieren darf und die Liste dieser Gebiete ist wiederum geheim.

Ein wenig erinnert das an die STOPP-Liste von Zensursula. Keiner darf den Inhalt wissen und wer drauf stößt ist schuldig.

The request asked for a ‘full list of all areas – in England, Wales and Northern Ireland – subject to Section 44 Terrorism Act 2000 authorisations, which the Home Office has a statutory duty to be aware of.’

In relation to authorisations for England and Wales, I can confirm that the Home Office holds the information that you requested. I am, however, not obliged to disclose it to you

Also dürfen weiterhin Polizisten harmlose Touristen anhalten und unter androhung einer Terrorklage den Fotoapparat verlangen und löschen. So wird das Königreich sicher sicher bleiben.

Da will man die lieben kleinen doch nur vor sich selber beschützen und dann ist es auch wieder nicht recht. Nun hatten in Essex sich eine ganze Klasse zum Streik berufen gefühlt, nachdem sie eines Morgens vier neue Kameras in ihrem Klassenraum vorfanden.

It turned out that our entire class was angry or confused over the cameras. Out of a class of 18 students, 17 felt uncomfortable with the idea and decided to boycott the room until the issue, and the students, were addressed. This was a difficult decision as we were three months away from exams and we had five lessons a fortnight in the room. The student body was supportive and a petition gained over 130 signatures

Das erinnert den informierten Leser natürlich sofort an das Buch Little Brother. Dachte sich auch der Autor des Buches, als er von dem Aufruhr erfuhr und sponserte prompt einen Stapel dieses Buches. Damit die lieben Kleinen mal schön weiter so kritisch gegen CCTV bleiben. Weiter so!

So kann man den Terrorismus auch erklären, auf medizinische Art. Eigentlich reagiert der Staat wie ein übersteuertes Immunsystem auf einzelne Infekte.

Specifically, auto-immune war is a strategy, but its tactical implementation is the creation of false positive responses. Security obsession gums up the economy with inefficiencies. Terrorism terrorises the public; security theatre keeps them that way. As Kilcullen points out, every day, millions of travellers are systematically reminded of terrorism by government security precautions. Profiling measures subject entire communities to indignity and waste endless hours of police time. Vast sums of money are spent on counterproductive equipment programs and unlikely techno-fixes. National identity cards and monster databases are the specific symptoms of this pathology in the UK, just as idiotic militarism is in the US.

Wieder mal führend im Kampf um den Schutz unserer Kinder sind die Chinesen. Dort muß nun jeder neue PC eine passende Zensursoftware vorinstalliert haben.

The government, which has told global PC makers of the requirement but has yet to announce it to the public, says the effort is aimed at protecting young people from “harmful” content. The primary target is pornography, says the main developer of the software, a company that has ties to China’s security ministry and military.

Sicher wird es hier gerne aufgegriffen werden, warum sind die Deutschen nicht gleich darauf gekommmen?
Frau Zensursula, übernehmen Sie!