Die Nummer mit dem Kennzeichen

Von Kai | 23. Mai 2009 in Europa

Davon können die Mautsysteme hier in Deutschland nur träumen: Im Mutterland der Kamera-Überwachung werden nun die besten Kameras zu einem KFZ-Kennzeichen Netz zusammengeschaltet. Jedes Auto kann so fast lückenlos automatisiert verfolgt werden. Und wer schon im Vorfeld aggressiv und hochgefährlich auffiel – zum Beispiel als Anti-Kriegs-Demonstrant – der wird erst mal nicht mehr ungestört in Richtung Londoner Innenstadt fahren können.

This is a system meant for criminals but John Catt has not been convicted of anything and on a trip to London, the pensioner found himself pulled over by an anti-terror unit. … “I was threatened under the Terrorist Act. I had to answer every question they put to me, and if there were any questions I would refuse to answer, I would be arrested. I thought to myself, what kind of world are we living in?”

Der Mann hat gutes Timing, keine drei Wochen vor der nächsten größeren Wahl werden wieder mal Meldungen lanciert, Deutschland stehe im Visier von Islamisten (Hier zum Bericht). Daraufhin werden natürlich wieder Schaaren von Wählern sich mit Hilfe eines einfachen Kreuzes gegen den Islam wehren und die Wahl für das große C im Parteinamen gewinnen.

Fast das gleiche wie bei den Benzinpreisen. Vor den Ferien werden die – natürlich ohne jeglichen Kausalzusammenhang – plötzlich erhöht und danach wieder gesenkt. Da allerdings merkt es der Wähler schon langsam, hat aber keine Wahl.

Eine Untersuchung im Mutterland der Kameraüberwachung hat erschreckendes belegt: Die Kameras bringen für die Sicherheit rein gar nichts und lohnen sich nur in der nächtlichen Überwachung von Parkplätzen. Einziger Effekt bislang war sogar eine Erhöhung der Anzeigenrate. Die investierten Gelder von einer halben Milliarde Pfund hätte man lieber in die Straßenbeleuchtung gesteckt.

Die US-Kinderarmee

Von Kai | 15. Mai 2009 in Terrorabwehr

Bei den Amerikanern geht es schon im Kindesalter von 14 an die Heimatfront.

United States Border Patrol! Put your hands up

ist ein Satz, den dort schon die Pfadfinder auswendig lernen. Damit werden Einwanderer und arabische Terroristen im Training zum Anhalten bewegt.

This is about being a true-blooded American guy and girl, … It fits right in with the honor and bravery of the Boy Scouts

I like shooting them … I like the sound they make. It gets me excited.

Wenn das bei deutschen Pfadfindern ausgesagt würde, wäre aber die Politik am dampfen.

Da haben wir gerade noch den Platz in der Top-10 der sichersten Staaten der Erde erreicht. Sicher, weil es die Liste der elektronisch überwachten Polizeistaaten ist und was sollte sicherer sein, als sich vom Staat überwachen zu lassen. Leider wurden wir von unseren Demokratie-Abbau-Konkurrenten China und Nordkorea von den Spitzenplätzen verdrängt (PDF Report). Selbst England und Wales liegen noch vor Deutschland.

Das muß besser werden!

Also fordern wir den beschleunigten Ausbau von CCTV in Wohnungen!

Auch wenn es das US-Millitär so gar nicht gemeint hatte, ab dem Jahr 2010 haben es die Osamas dieser Welt schwerer ihren Weg zum Terrorziel zu finden. Denn die aktuellen GPS-Satelliten halten nur noch bis dahin durch und neue sind noch nicht in Sicht.

Es ist nicht sicher, ob die Air Force in der Lage sein wird, rechtzeitig neue Satelliten zu beschaffen, um den gegenwärtigen GPS-Dienst ohne Unterbrechung aufrechtzuerhalten … militärische Operationen und zivile Nutzer darunter leiden

Wir können also demnächst wieder beruhigt schlafen und müssen im Auto zukünftig wieder auf den unorientierten Beifahrer hoffen, um auf dem rechten Weg zu bleiben.

Einen Dank an das BGH, das hat nämlich eMails nun mit Telegrammen gleich gesetzt. Die ganze teure Investition in die TKÜV Technik zum Überwachen der Datenströme war also vergebens. Man braucht weder Richter, noch Durchsuchungsbefehl. Es dürfen eMails einfach so vom Mailserver wegbeschlagnahmt werden.

Nur so schafft man den zeitlichen Vorsprung beim Anti-Terror-Kampf. Denn Terroristen werden sicherlich so dumm sein, einen normalen Freemailer zu nutzen, keine Verschlüsselung verwenden und ihre Mails dann auch noch auf dem Server belassen.

Jetzt haben sie sich verplappert, die Politiker. Der nächste Schritt, wie wir alle noch sicherer werden können, ist geplant:

Angesichts der zahlreichen Verletzungen des geistigen Eigentums im Internet frage ich mich auch, ob wir beispielsweise mehr Regulierung des Netzes brauchen. Ob etwa die Anonymität des Internets eingeschränkt werden soll.

Das aus dem Munde von Zypries ist nun wirklich das Ende jeden Datenschutzes im Netz. Und mit Sicherheit erledigt das keines der wirklichen Probleme, denn Straftäter werden sich ja sicherlich immer vorher mit ihrer eigenen Identität im Netz anmelden. Wir blöde muß man sein, für so eine Schrottidee?

Der Polizei in UK ist es ganz egal, ob man unschuldig ist oder nicht. Wenn sie einmal die DNA in den Händen halten, wird diese gespeichert bleiben und so lange mit jeder neuen Straftat verglichen, bis man mal endlich der Täter war. Und überhaupt: Wer kann schon unschuldig sein, wenn er DNA besitzt? Ist das nicht schon der erste Anfangsverdacht zur Schuld?

Wenigstens sind diese extrem persönlichen Daten bei den Engländern in besten Händen, da dort nie irgendwelche CDs oder USB-Sticks verschwinden, keine Laptops in Zügen liegengelasssen werden und auch alle Minister kompetent ihre Drucksachen vor der Presse verdecken.

Die armen paranoiden Londoner. Alle drei Minuten wird dort im Schnitt ein Terrorist dingfest gemacht. Zumindest jemand, der als terrorverdächtig ermittelt wurde. Davon wurden immerhin 0,035% der Personen anschließend vorläufig festgenommen. Ob man sich allerdings bei den 99,965% zu Unrecht beschuldigten Personen auch genauso auffällig entschuldig, wie man sie vorher belästigt hatte, bleibt ungeklärt.

Jedes normale Projekt der freien Wirtschaft würde bei einer Mißerfolgsquote von über 99% wohl schon lange gestoppt worden sein. Aber der Staat darf sich immer mehr Mist herausnehmen als der Markt und bei der inneren Sicherheit wird sowieso eher aus dem Bauch, als aus dem Kopf heraus entschieden.