Patriot Act vor Dolchstoß-Ende

Von Kai | 7. April 2009 in Terrorabwehr

Sowas von unpatriotisch: Da wollen doch zwei Abgeordnete in den USA die unbeschränkte Beschnüffel-Lizenz in Form des bewährten Patriot Act nicht weiter verlängern. Bisher durfte der Staat in alles reinschnüffeln, wenn er nur laut genug Terrorverdacht gerufen hatte. Nun soll er das auch noch belegen müssen.

So bleibt man ja nie führende Wirtschaftsnation, das erschwert ja jegliche Industrie-Spionage bis auf weiteres. Aber selbst ein Obama wird sich nicht gegen jede Lobby auflehnen können. Der Patriot Act bleibt sicher unverändert bestehen.

Das ist doch prima: Da wird endlich mal wieder auf Qualität beim Projekt geachtet. Daher hat das US-Millitär auch Fachleute herangezogen, als es um das Thema Folter, ich meine Verhören ging. Medizinisches Fachpersonal fand sich schließlich, was ja kein Problem darstellt, da die Gefangenen ja eher zum Versorgungsbereich des Roten Halbmonds gehörten.

Und was wäre schlimmer, als ein Verhörter, der seine Folter nicht mehr mitbekommt? Daher gab es regelmäßige Tipps beim Befragen:

Medical workers were also present when guards confined prisoners in small boxes, shackled their arms to the ceiling, kept them in frigid cells and slammed them repeatedly into walls … gave instructions to interrogators to continue, to adjust or to stop particular methods

Das nenne ich mal eine gründliche Arbeit! Den Erfolgsbericht des RedCross gibt es hier.

Papiergeld in Flugzeugen verboten

Von Kai | 6. April 2009 in Weltweit

Das war dem Fluggast aber auch neu, Bargeld ist eine terroristische Bedrohung, wenn man es an Bord eines Fliegers mitnimmt? Wer braucht dann noch Handgepäck auf dem Flug nach Luxemburg?

Jedenfalls wurde da jemand recht intensiv von der TSA befragt, wo seine läppischen 4700 USD herkämen und was er damit wollte. Auch eine Belehrung der Rechte … bekannt aus jedem guten US-Krimi … gab es leider nicht. Wie sagte der Moderator so schön:

Well what did he expect when he told the law enforcement person that he expected to be informed of his rights and legal obligations before he would answer his questions?” After all, constitutional liberties are only there to be admired, not exercised.

Jazz ist doch nur Terror

Von Kai | 5. April 2009 in Terrorabwehr

Anscheinend hat da jemand den Musikgeschmack der Polizei nicht getroffen. Wie sonst sollte ein seit 35 Jahren in Wales wohnender Jazz Musiker so rabiat durchsucht werden?

I heard some scuffling sound and shouting. When I opened the door there were four police officers armed with machine guns which had infra-red sights … The whole street had been cordoned off. I could see Victor in his underpants outside with police training guns on him. Other officers trained guns on me. I was told I would be shot if I moved. It was absolutely terrifying

Aber er war natürlich ein potentiell Verdächtiger, einmal im Pfegelalter von 63 Jahren, da sind die ja noch richtig aufmüpfig die Leute. Dann hatte er viele Kabel in seiner Wohnung, bei einem Tonstudio allerdings nicht weiter verwunderlich. Und er hatte noch eine dunklere Hautfarbe und … nun kommts: Ein Video von Muhammad Ali! Das langt locker für eine Durchsuchung und anschließende ununterbrochene Helikopterüberwachung für zwei Wochen.

Übrigens hatte seine Band früher mal auf dem Polizeiball gespielt. Was hätte da alles passieren können?!

Alles was sie sagen

Von Kai | 3. April 2009 in Europa, Terrorabwehr

Anything you say

… kann gegen Sie verwendet werden. Den Spruch kennt man sonst nur aus den TV-Krimis. Nun sieht man ihn auch als freundliches Willkommen in England am Stadtrand von Newcastle. Wenn anderenorts ein Willkommen in steht, begegnet man hier dem Fremden mit einer Drohung.

Das schreckt aber sicher nur die bösen Terroristen ab, oder zieht es sie gar an? Wo früher noch mühsam ein Bekennerschreiben nötig war, macht das ja heute der Staat dank CCTV und Überwachung für einen. Das ist ja bequem!

Dank dem engagierten Einsatz der Telekom konnte kurz nach dem 11. September eine Rasterfahndung nach sogenannten Schläfern durchgeführt werden. Nur dem kleinen Dienstweg und dem Verzicht auf jegliche rechtliche Skrupel ist dieser effektive Schutz der Bundesbürger zu verdanken.

Leider wirbt die Telekom nicht mit dieser Heldentat und schiebt den Riegel des Datenschutzes vor, weshalb auf Anfragen zu dem Thema nicht geantwortet werden kann.

Und ein Glück, daß die Schläfer sicher sich auch mit dieser Berufsbezeichnung im Telefonbuch haben eintragen lassen. Mitläufer sind dann sicher noch bei T-Mobile zu finden, in der myFaves Ablage der Handynutzer versteckt.